Lithium-Ionen-Akku, Blei-oder Nickel-Akku: Welches Elektrofahrrad hat den besten Akku?

30.05.11 2 Kommentare von
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Obwohl die Frage nach dem besten Elektrofahrrad nicht pauschal beantwortet werden kann, kann man bei der Wahl des Akkus genauere Eingrenzungen vornehmen. Natürlich ist es am leichtesten, wenn man sich für ein Produkt entscheiden kann, das als das Beste gilt. Man spart sich langes Suchen und nimmt einfach das, was die besten Eigenschaften hat. Doch diese Eigenschaften richten sich natürlich nach den Anforderungen, die an ein Elektrofahrrad gestellt werden.

Genauso ist es beim Akku. Den Akku, der alle anderen überragt, gibt es nicht, aber auf dem Gebiet des Antriebes beim Elektrofahrrad hat sich doch eine Tendenz herauskristallisiert. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Arten, das Elektrofahrrad anzutreiben. Ihnen soll hier die Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die günstigsten Akkus sind Blei-Säure- oder Blei-Gel-Akkus. Neben dem niedrigen Preis haben sie den Vorteil, dass sie einfach zu recyceln sind. Dennoch sind sie meistens nicht die erste Wahl. Diese Art von Akku hat ein hohes Gewicht, das schränkt den Fahrkomfort stark ein. Spätestens, wenn er leer ist und man mit reiner Muskelkraft fahren muss, wird man feststellen, wie schwer das ist. Zudem zeigen sich die Akkus empfindlich gegen Falschbehandlung und verfügen über eine nur geringe Lebensdauer.

Nickel-Cadmium-Akkus halten deutlich länger als die Modelle aus Blei. Dafür sind sie aber auch teurer. Mittelfristig rechnet sich diese Investition sicher trotzdem, denn wenn der Blei-Akku längst ausgetauscht werden muss, haben Nickel-Cadmium-Akkus noch einige Zeit vor sich. Problematisch bei diesen Akkus ist der Umweltaspekt. Sie lassen sich nur schwer recyceln und werden daher immer seltener eingesetzt. Nickel-Metall-Hybrid-Akkus zeigen sich auf den ersten Blick zwar leistungsfähiger als die beiden anderen Arten des Antriebs. Im Verhältnis zum Preis erweist sich die verbesserte Leistung jedoch als nicht ausreichend. Entsorgen lassen sich diese Akkus aber recht einfach.

Die mit Abstand effektivsten Akkus sind Lithium-Ionen-Akkus. Im Vergleich zu den anderen Modellen sind sie nicht nur ausgesprochen leicht, sondern auch am leistungsfähigsten. Auch die Lebensdauer überragt andere Akkus deutlich. Die Investition in Lithium-Ionen-Akkus ist also in jedem Fall sinnvoll. Allerdings muss man beim Ladevorgang einiges beachten. Sowohl beim Laden als auch beim Entladen muss stets darauf geachtet werden, dass die Zellen nicht überhitzen. Aus diesem Grund enthalten die Ladestationen und die Akkus selbst ein umfangreiches Paket an Elektronik. Durch sie wird verhindert, dass die Akkus tiefentladen werden. Die meisten hochwertigen Elektrofahrräder werden heutzutage mit Lithium-Ionen- Akkus ausgestattet. Und wenn sie irgendwann einmal recycelt werden müssen, ist das ebenfalls kein Problem. Im Vergleich zu einem Elektrofahrrad wird auch bei einem Pedelec am meisten der Lithium-Ionen-Akku verwendet. Wenn Sie ein Pedelec fahren, achten Sie auch hier auf die Akkuleistung eines Pedelecs.

So kann man zwar keine auf jede Situation zugeschnittene Antwort über den besten Akku geben. Aber Lithium-Ionen-Akkus sind in vielen Fällen die beste Wahl. Noch relativ unbekannt sind Lithium-Polymer-Akkus. Sie bestimmen vielleicht die Zukunft. Im Prinzip sind sie in der Herstellung vergleichbar mit Lithium-Ionen-Akkus und im Verkauf günstiger. Bisher kommen sie jedoch selten vor. Außerdem können noch keine ausreichenden Aussagen über ihre Lebensdauer gemacht werden.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Akkutechnologien: Vor- und Nachteile
Ein Punkt, der sich bei jeder Akkutechnologie empfielt: Nehmen Sie auf längere Fahrten einen Ersatzakku mit. Es gibt zwar viele Stromtankstellen für Pedelecs und Elektrofahrräder, aber Sie sind auf der immer auf der sicheren Seite, wenn Sie dennoch einen Ersatzakku dabei haben.

Wie lange ein Akku hält, ob bei einem Pedelec oder einem Elektrofahrrad, hängt davon ab, wie oft ein Akku aufgeladen werden muss. Wenn Sie einen Akku häufiger aufladen müssen, verkürzt dies seine Lebensdauer. Gleichzeitig spielen auch Ihre Fahrgeschwindigkeit und das Gelände, auf dem Sie fahren eine wichtige Rolle bei dem Punkt, wie oft ein Akku aufgeladen werden muss.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Akku Ihres Elektrofahrrades? Wie lange hält Ihr Akku?

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12 Kommentare zu “Akkuleistung und Energieverbrauch von Pedelecs”

  1. Lilly says:

    Hallo,
    ich habe mir selber vor kurzer Zeit ein Pedelec gekauft und kann nur bestätigen, wir praktisch so ein Pedelec ist. Ich wohne mit meiner Familie auf den Bergen und da ist so ein Fahrrad mit Hilfsmotor schon eine tolle Sache. Allerdings kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen, dass man für den Notfall einen Ersatzakku mitnehmen sollte.

    Beste Grüße Lilly

    • Redaktion says:

      Hallo Lilly,

      schön, dass Du uns von Deinen eigenen Erfahrungen berichtest. Ja, gerade auf den Bergen ist ein Fahrrad mit Hilfsmotor durchaus sehr praktisch. Gut, dass du auch nochmal darauf hingewiesen hast, wie wichtig ein Ersatzakku ist. Den sollte man wirklich nicht vergessen, denn eine Radtour kann schneller länger dauern, als beabsichtigt.

      Viele Grüße

  2. Friedhelm Waterkamp says:

    Ihr Kommentar
    Hallo,
    ich habe meiner Frau am 12.05.2011 ein DTR Kalkhoff AgattuC8 mit 18Ah-Akku gekauft.
    Lt.Bedienungsanleitung gibt es kein Memory-Effekt beim Laden.Weiter heißt es:Laden Sie die Batterie nach jeder Fahrt gleich wieder auf.So sind sie immer startklar und verlängern die Lebensdauer der Batterie.
    Nach Ihrem Bericht vom 30.05.2011 heißt es jedoch:Die Leistung des Akkus beim Pedelec wird schneller abnehmen. Wie lange der Akku hält hängt von der Anzahl der Aufladungen ab. Je häufiger der Akku aufgeladen wird desto kürzer die Lebensdauer.
    Könnten Sie den Widerspruch erklären?
    Viele Grüße
    Friedhelm

  3. coque says:

    Ihr Kommentar
    ..schade,daß diese auch für michwichtige Frage noch nicht beantwortet wurde.

    MfG
    coque

    • Didi says:

      Die Lithium Ionen Akkus dürfen nicht tief-entladen werden, somit ist es besser sie möglichst 3/4 zu entlehren und dann wieder voll aufzuladen….meine Eltern haben beide die Aldi Pedelec Räder und jetzt zweimal die Akkus tiefentladen……Das Problem ist das die Akkus dann nicht mehr selbstständig laden. Die Zellen schalten sich ab und ein Laden ist nur durch kurzes Einfrieren in der Gefrietruhe möglich ca 2 Stunden)…so kann man die Sensoren der Zellen überlisten und der Akku läd wieder ganz normal voll…

      MFG Didi

  4. Pedelec1994 says:

    Ihr Kommentar:
    Das oben gesagte ist schön und gut, doch hat man schon mal ein Pedelc, dann ist für die Praxis vor allem interessant wieviel nutzbare Energie (Wh, Saft, Kraft) ist augenblicklich noch im dem Akku drin. Hat man da ein Anhaltswert so kann man sich diese Energie (“in Tank”) so aufteilen (mehr oder weniger Kraft der Beine inverstieren), dass man noch dort ankommt wo man hin wollte. Ohne, dass der Akku Schaden erleidet.
    Also ein Energiezähler (Leistungsmesser der das was aus dem Akku rauskommt aufsummiert und festhält. So wie der Energiezähler vor unser Wohnungstür.
    Man würde sehen wieviel aus einem neuen Akku raus zu bringen ist und um wie viel im Laufe der Nutzung der Akku seine Speicherfähikeiten einbüßt. Ob nam nun in Wh oder traditionell in Ah messen sollte ist zweitrangig. Das würde auch bedeuten – der Kunde hätte einen klareren Blick auf sein eigenes “akkufreundliches” Verhalten, doch auch auf die Güte der Akkus. Hier liegt wohl der Knackpunkt. Welcher Hersteller von Akkus (und auch von Pedelecs) möchte, dass der Kunde klaren Blick auf das teuerste Teil vom E-Rad bekommt. Wenige! Doch es wird kommen so wie die Angabe des Normverbrauchs (pro 100 km) bei Personenkraftwagen.
    Hoffendlich bald! Auf jeden Fall sollten Verbraucher darauf drängen (dass sich die Spreu vom Weizen trennt)
    Pedelec1994

  5. Harald Schulze says:

    Zu dem Kommentar der Reichweitendefination kann ich folgenden Erfahrungswert beisteuern.
    Ich fahre seit Aug. 2008 ein Giant Twist-Comfort mit 2 Akku´s / a´234 Wh.( = 468 Wh). Diese beiden Akku´s haben bis heute 7/2011 noch 100 % Leistung. Ich habe sie bei der Fa. Akkumann in Melsungen durchmessen lassen.
    Seit 8 / 2011 besitze ich noch 2 weitere Akku´s als Ersatz.
    Mein Pedelec wiegt mit eingehängten Akku´s 30 Kg. Ich belaste dieses Fahrrad mit 160 Kg und führe immer 2 Ersatzakku´s mit.
    (2x 234 Wh = 468) = 5 Kg .
    Mit Fahrradtasche und 1 Liter Wasser, komme ich auf ein Gesamtgewicht von ca. 200 Kg.
    Zur Reichweite ist nun folgendes zu sagen:
    Mit 4 Akku´s (936 Wh) habe ich eine Reichweite
    von 80 Kilometern im Sportmodus bei einer
    max. Steigung von 3 % und einem Gesamtgewicht von 200 Kg.
    Mehr Steigung ist bei einem 250 Watt-Motor und einem Gesamtgewicht von 200 Kg nicht drin. LEIDER.
    Ich hoffe das in Zukunft die Pedelecs mehr Drehmoment haben, sodass man keine Berge mehr schieben muß. In unserer Gegend haben wir asphaltierte Strassen mit bis zu 28 % Steigungen. Desweiteren würde ich mir wünschen, dass die Berechnung und Auslegung der Reichweite auf das zul. Gesamtgewicht mit einer mittleren Steigung von 8 % bezogen wir.
    Dann kann man viel besser einschätzen, wie weit man kommt und man kann auf die vielen wenn und aber´s verzichten.
    Ich für meinen Teil, werde mir erst dann wieder ein Pedelec zulegen, wenn die Hersteller dies berücksichtigen. Solange suche ich mir Fahrradstrecken aus, wo ich mit einem 250 Watt-Motor ohne schieben zu müßen auch ans Ziel komme. Dann trennt sich automatisch die Spreu vom Weizen und nur die Besten bleiben übrig.
    Die Technik wäre bereits heute schon vorhanden, aber leider gibt es zur Zeit keinen einzigen Fahrradhersteller, der dies konsequent umsetzt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Harald Schulze
    aus Kassel

    • Relias says:

      Hallo Herr Schulze , ich fahre seit Frühjahr 2011 das
      Sport Pedelec “Torque Bike MS” was Ihren Ansprüchen genügen würde
      1100 Wh Akku Kapazität mit absolut ausrechendem Drehmoment
      imit der Reichweite bin ich mehr als zufrieden !
      Siehe Internet-Seite http://www.torque-bikes.de
      Herr Elendt berät Sie sicherlich bestens, so das Sie in 2012
      Ihre Kasseler Berge ohne zu schieben hochstromern können
      Mit elektromobilen Gruß
      ein sehr zufriedender Torque Bike Fahrer

    • to says:

      von der firma bosch giebt es ein motor mit 50 Nm
      die meisten haben so um die 25Nm.

  6. Worauf muss ich beim Kauf eines Pedelec achten? - Grundlagen - Pedelec says:

    [...] Frage bleibt: Die nach der Reichweite des Pedelecs. Die hängt natürlich von der Akkuleistung ab. Die Hersteller machen hier zum Teil Angaben, die fernab von Gut und Böse liegen. So kann es [...]

  7. Speichennippel says:

    Ich fahre seit Mai 2012 ein Bulls Sportslite Trekking mit 16Ah Akku, wiege 94kg, das Rad mit Akku ca. 25 kg und fahre mit den serienmäßigen ContinalContact-Reifen jeweils auf 6 bar.

    Bei mir hält der Akku bei dem hügeligen Strecken in der Nähe der westdeutschen Voreifel ca. 80-85 km.

    Bin ich auf rein ebenen, aspahltierten Strecken unterwegs würde er laut Anzeigeinstrument ca. 100 km halten.

    Mir fällt auf, das der Akku zwar 15,5 Ah Kapazität hat, jedoch das Ladenetzteil , was 2 A Strom liefert, den Akku in ca. 6,5 Stunden auflädt. Demnach würde der Akku also nur mit ca. 13Ah wieder beladen. Vermutlich entlädt die Bulls-Elektronik in nicht ganz um eine Tiefentladung zu verhindern.

    Sehr sinnvoll wäre es, wenn man am Pedelec-Bedienteil, u.a. einen WattSekunden oder AH-Zähler hätte. Da man seine max. Akkukapazität i.d.R. weiß bzw. aufgrund der Erfahrungen abschätzen kann, könnte man sehr genau die restliche Energie abschätzen bzw. auch dessen Vitalität.

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